Freitag, 2. August 2013

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Klassen, Lena - Wild

Wild

Worum geht´s?
Gezähmte Gefühle. Eine Welt ohne Krankheit und Kummer. Kein Leid und keine Leidenschaft. Einmal wöchentlich bekommt jeder in "Neustadt" seine Glücksinjektion. Trotzdem ist die siebzehnjährige Pi nicht so glücklich wie alle anderen. Stimmt etwas nicht mit ihr? Oder warum darf sie nicht mit Lucky zusammen sein, ihrem besten Freund? Anders zu sein ist gefährlich, denn hinter dem Zaun, der "Neustadt" umgibt, liegt die Wildnis. Dort herrschen noch Krankheit und Gewalt - und dorthin werden alle verbannt, die aus der Reihe tanzen. Dann geschieht etwas Unfassbares: Die Glücksdroge versagt. Und plötzlich steht Pi vor der Entscheidung ihres Lebens: Liebe oder Freiheit? (Verlagstext)

Meine Meinung:
Lena Klassen entführt den Leser in eine Welt beherrscht von Bewusstseinskontrolle, Machtkampf und Intrigen.
Mit Peas hat die Autorin eine charakterstarke Hauptfigur erschaffen, die um ihren freien Willen kämpfen will und dafür sogar in die "grausame Wildnis" flüchtet.
Aber auch die Nebenfiguren sind mehr als gelungen. Jeder wird im Laufe der Geschichte ein Sinnbild für die "wilden Gefühle" darstellen. So setzt sich Lena Klassen gekonnt mit Trauer, Verzweiflung, Verrat, Rache und Leidenschaft auseinander.
Mit den Schauplätzen "Neustadt" und "Wildnis" weist die Autorin zwei Extreme auf, wie sie augenscheinlich nicht unterschiedlicher sein könnten. Aber eben nur augenscheinlich, den was beide Territorien gemeinsam haben: Anführer, die mit allen Mitteln ihre Idealvorstellungen durchsetzen wollen.
Während Peas darum kämpft in der "Wildnis" zu überleben, wird ihr von Tag zu Tag bewusster in was für einer Welt aus Manipulation und Lügen sie gelebt hat.
Peas´s Aufklärungsreise durch die Wildnis ist entsetzend, gefährlich und aufregend zugleich. Mit einer aufwühlenden Spannung lässt die Autorin uns Peas´s inneren Kampf miterleben, schockt und überrascht wo sie nur kann.
Manche Abschnitte der Geschichte waren mir etwas zu langatmig wobei es aber nie wirklich langweilig wurde.

Fazit & Bewertung: Eine fesselnde und düstere Geschichte über die Bedeutung von "Glück"

4****

Zitate: 
  • War es nicht seltsam, das im Glück der Keim des Unglücks eingebettet lag? (S.94)
  • Wir schwiegen. Aber da waren sie: Gedanken. Klar wie Kristall. Sie bildeten Muster, wie Schneeflocken, symmetrisch und voller Schönheit. (S.173)
  • Der Tod ist keine Krankheit. Er ist rein und sauber und hell, ohne Hitze oder Kälte oder Krankheit. Er ist dunkel wie die Nacht. Glänzend wie das Sonnenlicht. (S.365)

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