Donnerstag, 6. März 2014

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Sierra i Fabra - Liebe auf den ersten Blick

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Verlag: Baumhaus (Bastei Lübbe)
Erscheinung: April 2012
Seitenanzahl: 255
Genre: Liebe / Hostorisch / 
            Jugend ab 12 Jahren

http://www.luebbe.de/Buecher/Kinder/Details/Id/978-3-8339-0124-9






Spanien im 19. Jahrhundert. In einem Dorf treffen zwei junge Menschen aufeinander, die aus Welten stammen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Eliseo, ein Waisenjunge, der nicht lesen und schreiben kann, und Elena, Tochter aus gutem Hause. Die beiden sehen sich nur eine Sekunde in die Augen und es ist um sie geschehen. Kann diese unmögliche Liebe eine Zukunft haben? 

 Romantisch wie Romeo & Julia! 

(Verlagstext)





»Als er sie zum ersten Mal sah, war es sofort um ihn geschehen.«






„Liebe auf den ersten Blick“ ist zwar ein Jugendbuch ab 12 Jahren und mit 255 Seiten nicht besonders umfangreich, dafür ist der Inhalt dieses Buches umso bemerkenswerter. 
Die Sätze sind oft nur sehr kurz und die Sprache einfach gehalten, doch der Sinn hinter so manchem "Sätzchen" ist enorm und wundervoll.

Eliseo ist ein junger Protagonist von noch nicht ganz 16 Jahren. Sein ganzes Leben scheint ihm vorherbestimmt. Als Gehilfe des Arztes, der Eliseo nach dem Tod seiner Eltern „großzügig“ aufgenommen hat, verrichtet er tagtäglich alle anfallenden Arbeiten. Oft nicht ohne die Missgunst seines Herrn spüren zu müssen. 
Spanien im 19. Jahrhundert, dazu noch in einem Dorf, bietet wenig Alternativen. Besonders wenn man nicht einmal lesen und schreiben kann. 

Eliseo ist eine so schöne Hauptfigur. Pflichtbewusst und dankbar nimmt er die Torturen jeden Tag aufs Neue auf sich ohne dabei als ungebildeter Bauertölpel zu wirken. Trotz seiner fehlenden Bildung ist er ein helles Köpfchen. 
Aber auch ihm bleibt es nicht verwert, sich den Moralvorstellungen und Tugenden des 19. Jahrhunderts zu unterwerfen. 
Als er Elena, einem jungen Mädchen aus gutem Hause, zum ersten Mal begegnet, ist er sofort von ihrer Erscheinung und ihrer Art verzaubert. 
Aber ein ungebildeter Waisenjunge und ein angesehenes Mädchen von Rang dürfen sich nicht derart zueinander hingezogen fühlen. 

„ ››Träumen ist das Einzige, was uns Armen bleibt‹‹, gab Eliseo überzeugt zurück.“(S.47) 

Die beiden finden einen ungewöhnlichen Weg der Kommunikation. Denn miteinander reden, dürfen sie keinesfalls. Elena reißt jeden Sonntagmorgen aus ihrem Buch eine Seite und unterstreicht Buchstaben, die eine Botschaft an Eliseo ergeben. 

 „Er hatte gehört, in Büchern würden wunderbare Geschichten erzählt, der Fantasie von Männern und Frauen entsprungen.“ (S.71) 

Und so erzählen auch diese Seiten Elenas eine eigene Geschichte, die Eliseo lange Zeit nicht begreifen wird. 
Seine Antworten lässt er sich vom Dorflehrer aufschreiben, der ihm im Laufe der Zeit ein guter Freund wird. 

„››Es wird die Hölle auf Erden glaub mir. Es gibt keinen schlimmeren Schmerz als unerwiderte Liebe, vor allem, wenn man so jung ist wie du. Es zerreißt einem das Herz.‹‹“(S.82) 

Zwischen Wunschtraum und Realität muss Eliseo lernen, dass die Liebe auch sehr wehtun kann. Aber auch, dass man einmal der Liebe verfallen, völlig machtlos gegen sie ist. 

„››[…] Niemand kann dem Herzen eines Menschen Befehle erteilen.‹‹“ (S.212) 

Für Eliseo kommt der Zeitpunkt für seine Gefühle voll und ganz einzustehen. Dafür etwas zu riskieren und sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Gegen jegliche Norm des 19. Jahrhunderts. 
Das macht ihn für mich zu einer starken Persönlichkeit und verleiht ihm Vorbild-Charakter. 

Insgesamt erinnert die Geschichte ein klein wenig an Romeo & Julia, nur bei Weitem weniger dramatisch. 
Dazu ist das Buch richtig süß gestaltet. Kleine Zeichnungen verleihen der Geschichte die nötige Bildhaftigkeit und auch Elenas ausgerissene Buchseiten sind abgebildet.






Diese Geschichte ist nicht bloß etwas um jungen Mädchen die erste Liebe näher zu bringen. Sie vermittelt gewisse Wertvorstellungen, die uns im Laufe der letzten 200 Jahre hier und da verloren gegangen sind. 
Vielleicht war die Geschichte stellenweise zu einfach gestaltet aber die Intention 

„Im Grunde ist die Liebe kein Wunder, sondern unser täglich Brot. Man muss sie sich nur verdienen.“ (S.251) 

kommt beim Leser definitiv an.




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